Ein Juwel der Natur

Natur- und Landschaftsraum in der Kyritz-Ruppiner Heide
Karte aus dem KRH Entwicklungskonzept - Quelle: Landkreis OPR, Sebastian Buss

Die Kyritz-Ruppiner Heide ist durch ihre Großflächigkeit und Unzerschnittenheit ein wahrer Schatz der Natur. Sie bietet einen Lebensraum für viele seltene und stark gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Sie ist eine der letzten großen Heideflächen Europas.

Von knapp 12.000 ha Gesamtfläche wurden mehr als 9.000 ha als Fauna-Flora-Habitat mit der Bezeichnung "Wittstock-Ruppiner Heide" ausgewiesen. Hinter diesem Begriff steht eine Richtlinie der Europäischen Union. Ihr Zweck ist es, natürliche Lebensräume sowie wild lebende Tiere und Pflanzen zu erhalten. 

4.000 ha des FFH Gebiets wurden zudem in das Nationale Naturerbe aufgenommen. Dieses Label weist das Gebiet als dauerhafte Naturschutzfläche aus. Die Heinz Sielmann Stiftung hat seit 2012 die Verantwortung für dieses Areal übernommen.

2.219 ha im Norden der Heide sind als Landschaftsschutzgebiet und Naturpark deklariert.

"Die Bedeutung der Wittstock-Ruppiner Heide für das Schutzgebietsystem Natura 2000" von Ute Steinke

Ein Mosaik aus Biotopen

Die Kyritz-Ruppiner Heide ist eine der größten zusammenhängenden Sandheiden Nordostdeutschlands. Durch die intensive militärische Nutzung in der Vergangenheit konnten mannigfaltige Lebensräume entstehen.

Die bedeutendsten Lebensraumtypen der Kyritz-Ruppiner Heide sind: 

Trockene Sandheiden mit Calluna und Genista-Dünen im Binnenland
Dünen mit offenen Grasflächen, Dünen im Binnenland
Trockene Europäische Heiden
Eichen- und Buchenwald

  • Jasione montana in der Kyritz-Ruppiner Heide - Quelle: Landkreis OPR, Ines Lehmann

    Jasione montana in der Kyritz-Ruppiner Heide - Quelle: Landkreis OPR, Ines Lehmann

  • Becherflechte auf der Kyritz-Ruppiner Heide - Quelle: BIMA, Ute Steinke

    Becherflechte auf der Kyritz-Ruppiner Heide - Quelle: BImA, Ute Steinke

  • Ginster bei Lutterow - Quelle: Landkreis OPR, Ines Lehmann

    Ginster bei Lutterow - Quelle: Landkreis OPR, Ines Lehmann

  • Sanddüne in der Kyritz-Ruppiner Heide - Quelle: BIMA, Ute Steinke

    Sanddüne in der Kyritz-Ruppiner Heide - Quelle: BImA, Ute Steinke

  • Junge Kiefer zwischen Heidekraut - Quelle: Landkreis OPR, Ines Lehmann

    Junge Kiefer zwischen Heidekraut - Quelle: Landkreis OPR, Ines Lehmann

  • Sanddüne in der Kyritz-Ruppiner Heide - Quelle: BIMA, Ute Steinke

    Flechten in der Kyritz-Ruppiner Heide - Quelle: BImA, Ute Steinke

Die Trockenrasenflächen mit Silbergrasfluren, Moosen, Flechten und Vergrasung durch Drahtschmiele sind vor allem dort zu finden, wo der Boden intensiv befahren oder beschossen worden ist. Größere Sandoffenflächen mit Pioniervegetation kommen überwiegend im von Kampfmittel beräumten Bereich ehemaliger Zielgebiete vor.

Der einstige Truppenübungsplatz ist geprägt durch ausgedehnte Calluna-Heide Flächen, die immer wieder durch Kiefernwälder und Sandbirken-Bestände durchbrochen werden. Viele Gräser, Moose und Flechten, wie die Scharlach-Becherflechte oder Moosbartflechte finden hier ideale Wachstumsbedingungen.

Die Tiere in der Heide

Die großflächigen Heiden und die fließenden Wald-Heideübergänge sind vor allem ornithologisch bedeutsam. Insgesamt 28 der 79 nachgewiesenen Vogelarten werden laut Vogelschutzrichtlinie als besonders schützenswert angesehen. Die Vorkommen von Brachpieper, Ziegenmelker, Wiedehopf und Heidelerche sind von landesweiter, zum Teil sogar nationaler Bedeutung.

  • Schlingnatter in der Kyritz-Ruppiner Heide - Quelle: BIMA, Ute Steinke

    Schlingnatter in der Kyritz-Ruppiner Heide - Quelle: Robert Frank

  • Blauflügelige Sandschrecke in der Kyritz-Ruppiner Heide - Quelle: BIMA, Ute Steinke

    Blauflügelige Sandschrecke in der Kyritz-Ruppiner Heide - Quelle: RANA Halle/S.

  • Brachpieper in der Kyritz-Ruppiner Heide - Quelle: BIMA, Ute Steinke

    Brachpieper in der Kyritz-Ruppiner Heide - Quelle: RANA Halle/S.

  • Wiedehopf in der Kyritz-Ruppiner Heide - Quelle: BIMA, Ute Steinke

    Wiedehopf in der Kyritz-Ruppiner Heide - Quelle: BImA, Ute Steinke

  • Kohlweisling in der Kyritz-Ruppiner Heide - Quelle: BIMA, Ute Steinke

    Kohlweisling in der Kyritz-Ruppiner Heide - Quelle: BImA, Ute Steinke

  • Sandlaufkäfer in der Kyritz-Ruppiner Heide - Quelle: BIMA, Ute Steinke

    Sandlaufkäfer in der Kyritz-Ruppiner Heide - Quelle: RANA Halle/S.

  • Steinschmätzer in der Kyritz-Ruppiner Heide - Quelle: BIMA, Ute Steinke

    Steinschmätzer in der Kyritz-Ruppiner Heide - Quelle: RANA Halle/S.

  • Zauneidechse in der Kyritz-Ruppiner Heide - Quelle: BIMA, Ute Steinke

    Zauneidechse in der Kyritz-Ruppiner Heide - Quelle: RANA Halle/S.

  • Ziegenmelker in der Kyritz-Ruppiner Heide - Quelle: BIMA, Ute Steinke

    Ziegenmelker in der Kyritz-Ruppiner Heide - Quelle: RANA Halle/S.

Viele seltene Fledermausarten, wie zum Beispiel die Mopsfledermaus und die Großes Mausohr nutzen die unterschiedlichen Lebensräume als Jagdgebiet oder haben sich in Altbäumen und Gebäuderesten Sommer- und Winterquartiere eingerichtet.

Auch die Schmetterlingsfauna ist beachtlich. Von den 56 kartierten Arten stehen 11 auf der Roten Liste. Seit 2008 konnte auch immer wieder ein Wolf in der Kyritz-Ruppiner Heide beobachtet werden.

Die Heide brennt

Besonders schützenswert sind die großen Magerrasen- und Heideflächen. Um diese offenen Fläche zu erhalten, ist das Eingreifen der Menschen unvermeidbar. Die Natur würde sich diese Flächen Stück für Stück zurückerobern. Die Heide würde wieder zum Wald.

Jährlich werden ca. 50 bis 150 ha alter Heideflächen in den Monaten Januar/Februar kontrolliert abgebrannt. Durch diese Maßnahme kann sich die Heide regenerieren und neu ausschlagen. Kleinere Heideflächen (bis ca. 50 ha pro Jahr) werden zudem gemäht. Diese Pflegemaßnahmen sind außerdem entscheidend für die Sicherung der Artenvielfalt.

  • Heidebrennen - Quelle: BIMA, Ute Steinke

    Heidebrennen - Quelle: BImA, Ute Steinke

  • Abgebrannte Heide - Quelle: BIMA, Daniel Baumeier

    Abgebrannte Heide - Quelle: BImA, Daniel Baumeier

  • Blühende Heide nach Abbrand - Quelle: BIMA, Daniel Baumeier

    Blühende Heide nach Abbrand - Quelle: BImA, Daniel Baumeier

Teile der großen Heideflächen, die nicht oder gering mit Munition belastet sind, sollen möglichst vollständig in ihrer faszinierenden Schönheit erhalten werden. Auf den ehemals militärisch intensiv genutzten Flächen kann man die natürliche Sukzession nicht aufhalten. Die Munitionsbelastung ist einfach zu hoch. Hier können sich natürliche Wälder ungestört entwickeln.

Kremser und Führungen

Freigegebene Wege - Quelle: Landkreis OPR, Sebastian Buss

Erleben Sie die einmalige Artenvielfalt in dieser Landschaft. Besonders Naturfreunde können hier Ruhe und Entspannung finden. Kremserfahrten, Naturbeobachtungen und Themenwanderungen ermöglichen Ihnen einen erholsamen, interessanten sowie stressfreien Aufenthalt.  

Momentan haben nur die folgenden Unternehmen eine Sondergenehmigung, die Heide zu befahren.

Natur- und Landschaftsführungen in der Kyritz-Ruppiner Heide:

Günter Lutz
1. Geführte Radtouren und Wanderungen
2. Stadtführungen

Tel.: 033963-40304  
Mail: radtouren@t-online.de

Nicole Rösler
1. Kirchenführungen in Rossow
2. Heidetouren

Tel.: 033964-60875  
Mail: roesler.n@gmail.com

Andree Kienast
1. Geführte Wanderungen
 

Tel.: 033976-169968  
Mail: andreekienast@gmail.com

Torsten Stelly
1. Heidepicknick, Umweltbildung, Wandertage

Tel.: 0175/8980422
Mail: info@trekkingfahrten.de

Seit 8. April 2016 gilt die Allgemeinverfügung des Landkreises OPR, die freigegebene Routen/Flächen definiert und das Verhalten auf ihnen regelt. Diese gestattet dem Besucher, die Heide auf der sogenannten Südroute, innerhalb der Wegemarkierung, eigenständig zu betreten, zu beradeln oder zu bereiten.

Den Höhepunkt eines jeden Ausfluges stellt die Ankunft am Sielmann-Hügel dar. Hier bietet sich ausreichend Gelegenheit zu Verschnaufen und die Heide mit einem spektakulären Ausblick zu genießen.